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Wissen · BIM-Grundlagen

BIM verstehen: Methode, Modelle, Menschen

Building Information Modeling ist keine Software und kein 3D-Bild, sondern eine Arbeitsweise: Alle Beteiligten planen an einem digitalen Bauwerksmodell, das Geometrie und Informationen trägt. Diese Seite erklärt die Grundbegriffe so, dass man sie im nächsten Projektgespräch sicher benutzt.

Was BIM ist

BIM heißt: gemeinsam an einem Modell arbeiten, das mehr weiß als ein Plan – und dieses Wissen für Entscheidungen, Prüfungen, Mengen und den Betrieb nutzen.

BIM ist eine Software

Nein. Revit, ArchiCAD oder Allplan sind Werkzeuge. BIM ist die Methode, die regelt, wer wann welche Informationen in welcher Qualität liefert – unabhängig vom Programm.

BIM ist 3D

Nur zum Teil. Die Geometrie ist der Träger. Der Nutzen entsteht durch die Informationen daran: Bauteiltyp, Brandschutzklasse, Kostengruppe, Raumzuordnung, Wartungsintervall.

BIM lohnt sich nur bei Großprojekten

Nein. Entscheidend ist der Zuschnitt: so viel BIM wie nötig, so wenig wie möglich. Ein kleines Projekt profitiert schon von sauberen Modellen und automatischen Prüfungen.

Von 3D bis 7D

Was die Dimensionen bedeuten

Jede „Dimension“ verknüpft das Modell mit einer weiteren Art von Information. Die Zählung ab 6D ist nicht einheitlich – wichtiger als die Zahl ist der Anwendungsfall dahinter. Klick auf eine Stufe.

Modelle im Projekt

Vom Fachmodell zum Betreibermodell

Jede Disziplin modelliert ihr eigenes Fachmodell. Zusammengeführt ergeben sie das Koordinationsmodell, an dem geprüft und abgestimmt wird. Alles zusammen ist das Projektinformationsmodell – und was der Betrieb davon braucht, wird bei der Übergabe zum Asset-Informationsmodell.

ArchitekturFachmodell ARC
TragwerkFachmodell TWP
Technische AusrüstungFachmodelle TGA (HLS, ELT …)
KoordinationsmodellAlle Fachmodelle übereinander. Hier laufen Kollisionsprüfung, Qualitätskontrolle und Abstimmung – mit jedem Stand ein neuer Index.
PIMProjektinformationsmodell: Modelle, Pläne, Listen und Berichte während Planung und Bau.
AIMAsset-Informationsmodell: As-built-Modell und Betriebsdaten für CAFM, Wartung, Instandhaltung.

Bearbeitungsstände: Wer darf sich worauf verlassen?

Ein Modell in der gemeinsamen Datenumgebung (CDE) hat immer einen Status. Er sagt, ob man mit dem Stand arbeiten darf oder nur hineinschauen.

Work in progressIn BearbeitungDer Planer arbeitet daran. Andere sehen es nicht oder nur zur Information.
SharedGeteiltZum Abgabezeitpunkt geteilt, wird geprüft. Andere Disziplinen koordinieren darauf.
PublishedGeprüft / freigegebenHat die Qualitätskontrolle bestanden. Grundlage für Planableitung, Mengen und weitere Anwendungsfälle.
ArchivedArchiviertVorheriger Stand, nachvollziehbar aufbewahrt. So bleibt die Historie erhalten.
Modell zum Anfassen

Vier Fachmodelle, ein Gebäude

Ein dreigeschossiges Bürogebäude aus Rohbau, Fassade, Ausbau und Technik. Lass das Modell durch die Leistungsphasen wachsen, zieh die Geschosse auseinander, schneide es auf – und starte die Kollisionsprüfung: Sie findet echte Überschneidungen zwischen Technik und Tragwerk und unterscheidet sie von freigegebenen Durchbrüchen.

Das Modell wird geladen (ca. 600 kB, selbst gehostet – kein externer Dienst).

Ziehen: drehen · Rad: zoomen · Bauteil antippen

Beispielmodell, prozedural erzeugt – Geometrie, Kostengruppen und LOI-Angaben sind vereinfacht. Im Projekt arbeiten wir mit den echten Revit- und IFC-Modellen.

Wie detailliert?

LOG, LOI und der Level of Information Need

Wie genau ein Bauteil modelliert wird (Level of Geometry) und welche Informationen es trägt (Level of Information), hängt davon ab, wofür es gerade gebraucht wird. Die Norm nennt das „Level of Information Need“: nicht so viel wie möglich, sondern so viel wie nötig für den Zweck. Beispiel Außenwand – wähle eine Phase.

Faustregel: Attribute, die niemand zu diesem Zeitpunkt braucht, sind kein Fleiß, sondern Ballast. Die Element-Attribut-Matrix im BAP legt fest, was wann von wem gepflegt wird.
BIM über alle Leistungsphasen

Wo steckt BIM in welcher Phase?

HOAI-Leistungsphase antippen – wir zeigen die typischen BIM-Schwerpunkte und den Informationsbedarf. Genau dort setzen unsere Leistungen und Werkzeuge an.

Typische BIM-Schwerpunkte

    Information & Modell

      Rollen

      Wer macht was?

      Die Rollennamen werden in der Praxis unterschiedlich benutzt. Hier die gängige Aufteilung – wichtig ist, dass jedes Projekt sie im BAP eindeutig belegt.

      Auftraggeber

      BIM-Informationsmanager

      Formuliert die Anforderungen des Bauherrn (AIA), prüft den Erfüllungsgrad und hält die Verbindung zum Betrieb. Fragt: Bekommen wir, was wir bestellt haben?

      Planungsteam · strategisch

      BIM-Manager

      Legt Strategie, Arbeitsumgebung, Prozesse und Standards fest, schreibt und pflegt den BAP, steuert die Gesamtkoordination und überwacht die Umsetzung.

      Planungsteam · operativ

      BIM-Gesamtkoordinator

      Bindeglied zwischen den Koordinatoren der Fachplaner und dem BIM-Manager. Führt die Fachmodelle zusammen, prüft Qualität und Kollisionen, verteilt die Aufgaben.

      Je Fachplaner

      BIM-Koordinator

      Ansprechpartner seiner Disziplin für alles, was BIM betrifft. Verantwortet, dass das Fachmodell fristgerecht und in der geforderten Qualität geliefert wird.

      Je Fachplaner

      BIM-Autor / Modellierer

      Modelliert nach Modellierungsrichtlinie, pflegt die Attribute aus der Element-Attribut-Matrix und leitet Pläne und Listen aus dem Modell ab.

      Bau · schlüsselfertig

      Planungskoordinator

      Koordiniert planungsrelevante Tätigkeiten über alle Phasen, hält Termine und Protokolle und stimmt sich eng mit dem BIM-Management ab.

      Anwendungsfälle

      Wofür man das Modell tatsächlich nutzt

      Ein Anwendungsfall ist eine konkrete Aufgabe, die mit dem Modell gelöst wird. Gute BAPs ordnen jeden Anwendungsfall einem Ziel zu – und lassen weg, was keinem Ziel dient. Filtere nach Ziel.

      openBIM oder closedBIM?

      Zwei Wege, ein Ziel

      closedBIM

      Alle Beteiligten arbeiten in derselben Autorensoftware und tauschen native Dateien. Vorteil: verlustfreier Austausch, gemeinsame Vorlagen, tiefe Koordination. Nachteil: Softwarezwang für alle Partner.

      openBIM

      Jeder arbeitet in seiner Software; der Austausch läuft über offene Formate wie IFC und BCF. Vorteil: freie Werkzeugwahl, langfristig lesbare Daten. Nachteil: Export und Prüfung müssen sauber eingerichtet sein.

      Hybrid

      In der Praxis häufig: intern nativ, nach außen IFC. Das Koordinationsmodell entsteht aus IFC-Exporten, deren Einstellungen im BAP dokumentiert sind.

      IFCIndustry Foundation Classes (ISO 16739): das offene Modellformat. Trägt Geometrie, Bauteiltypen und Eigenschaften (Property Sets).
      BCFBIM Collaboration Format: Hinweise und Kollisionen mit Kameraposition und betroffenen Bauteilen – die gemeinsame Sprache der Koordination.
      IDSInformation Delivery Specification: maschinenlesbare Anforderungen, mit denen sich IFC-Modelle automatisch gegen die AIA prüfen lassen.
      Native FormateRVT, PLN, NDW und andere: verlustfrei innerhalb einer Software, aber an sie gebunden. Für Archiv und Übergabe immer zusätzlich offen liefern.
      Normen und Richtlinien

      Woran man sich hält

      DIN EN ISO 19650Die Norm für das Informationsmanagement mit BIM. Teil 1: Begriffe und Grundsätze; Teil 2: Lieferphase (Planung und Bau); Teil 3: Betriebsphase; Teil 4: Informationsaustausch; Teil 5: sicherheitsbewusstes Informationsmanagement.
      DIN EN 17412-1Level of Information Need: Wie man festlegt, welche Geometrie, welche Informationen und welche Dokumente zu welchem Zweck gebraucht werden.
      VDI 2552Die deutsche BIM-Richtlinienreihe – von Grundlagen und Begriffen über Mengen, Datenaustausch, Datenmanagement und Facility Management bis zu Prozessen, Qualifikationen, Klassifikation sowie AIA und BAP (Blatt 10).
      ISO 16739 · buildingSMARTIFC als offenes Modellformat; dazu BCF für die Kommunikation, IDS für prüfbare Anforderungen und das bSDD als Wörterbuch für Klassifikationen und Eigenschaften.
      DIN 276 · DIN 277Kostengruppen im Bauwesen und Grundflächen bzw. Rauminhalte – die Klassifikationen, nach denen Modelle für Kosten- und Flächenauswertungen strukturiert werden.
      DIN SPEC 91391Gemeinsame Datenumgebungen (CDE): Funktionen, Status und offene Schnittstellen.
      HOAI-LeistungsphasenKeine BIM-Norm, aber die Zeitachse, an der BIM-Ziele, Reifegrade und Lieferzeitpunkte in Deutschland ausgerichtet werden (LPH 1 bis 9).
      BIM Deutschland · Masterplan BIMDer Bund verankert BIM für seine Bauten stufenweise; das BIM-Portal des Bundes stellt Bausteine für AIA und Prüfregeln bereit.
      Werkzeugkasten

      DIN-276-Kostengruppen im Schnellzugriff

      Alle Kostengruppen der DIN 276 zum Nachschlagen – tippen zum Suchen, klicken zum Kopieren der Kennzahl. Genau die Systematik, die der ParaCockpit per Wenn-Dann-Regel automatisch in eure Revit-Parameter schreibt.

      Gliederung in Anlehnung an DIN 276:2018-12 (Kurzbezeichnungen, ohne Gewähr); maßgeblich ist der Normtext des DIN. Dritte Ebene dargestellt für die Bauwerkskosten (KG 100–400).

      Glossar

      Begriffe nachschlagen

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      AIA & BAP

      Wie Anforderungen des Bauherrn zum Abwicklungsplan werden – mit Checkliste zum Abhaken und dem BAP-Baukasten.

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