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Wissen · Informationsmanagement

AIA & BAP: vom Ziel des Bauherrn zum Modell

Wer Informationen bestellt, muss sagen, wofür er sie braucht. Genau das regelt das Informationsmanagement nach DIN EN ISO 19650: Der Auftraggeber beschreibt seine Anforderungen (AIA), das Planungsteam beschreibt, wie es sie erfüllt (BAP). Hier steht, wie die Bausteine zusammenhängen, welche Fragen ein Bauherr sich stellen sollte und wie ein BAP aufgebaut ist – zum Nachlesen, Abhaken und Zusammenbauen.

Das Bild

Vier Dokumente, eine Richtung

Informationsanforderungen entstehen von oben nach unten: Aus den Zielen der Organisation und den Bedürfnissen des Betriebs bündelt der Auftraggeber seine Anforderungen an das Projekt. Das Planungsteam antwortet mit dem BIM-Abwicklungsplan. Am Ende stehen Modelle, die genau die Informationen tragen, die gebraucht werden. Klick auf eine Station.

Warum das Maß zählt

So viele Informationen wie nötig, so wenige wie möglich

Die Norm verfolgt mit dem Informationsanforderungsprozess drei Ziele. Alle drei scheitern, wenn die Anforderungen zu umfangreich oder zu dünn sind – deshalb ist die ausgewogene AIA das eigentliche Kunststück.

Effizienter Austausch. Daten und Informationen fließen zweckgebunden und zielgerichtet zwischen den Beteiligten.
Kein unnötiger Austausch. Nur Informationen, die jemand tatsächlich braucht, werden angefordert und geliefert.
Bessere Entscheidungen. Entscheidungen beruhen auf den ausgewählten, belastbaren Informationen aus dem Modell.
ZU VIEL

Alles fordern

Behindert den Projektablauf, erzeugt Redundanzen und Verschwendung: Attribute werden gepflegt, die niemand nutzt. Modelle werden schwer, Prüfungen lang, Widerstand wächst.

AUSGEWOGEN

Bedarfsgerecht fordern

Jede Anforderung ist auf einen Anwendungsfall, einen Zeitpunkt und einen Empfänger zurückführbar. Das ist die Grundlage für planerunabhängige Standards, Vorgehensweisen und Datenspezifikationen.

ZU WENIG

Nichts festlegen

Entscheidungen werden auf unzureichender Grundlage getroffen, Betriebsdaten fehlen bei der Übergabe, jeder Planer liefert nach eigenem Verständnis – die Modelle passen nicht zusammen.

Checkliste für Auftraggeber

Welche Fragen eine AIA beantworten muss

Drei Blöcke, drei Gesprächspartner: Die OIR-Fragen klärt der Bauherr mit sich selbst, die AIR-Fragen mit dem Betreiber bzw. Facility Management, die AIA-Fragen mit dem BIM-Management. Hake ab, was geklärt ist – der Stand bleibt in deinem Browser gespeichert, die offenen Fragen kannst du als Text mitnehmen.

Der BAP

Die Antwort des Planungsteams

Der BIM-Abwicklungsplan ist das zentrale, verbindliche Dokument, mit dem das Planungsteam projektspezifisch festlegt, wie die Anforderungen aus den AIA erfüllt werden: Ziele, Anwendungsfälle, Rollen, Modelle, Austausch, Qualitätssicherung. Er ergänzt die Planer- und Bauverträge und wird als „lebendes Dokument“ über das Projekt fortgeschrieben.

AusschreibungAIA liegen vorDer Auftraggeber beschreibt Ziele, Anwendungsfälle, Formate und Lieferzeitpunkte. Ein Muster-BAP kann beiliegen.
AngebotVor-BAPDie Bieter zeigen, wie sie die AIA umsetzen würden: Team, Werkzeuge, Erfahrung, grober Prozess.
ProjektstartBAP, Version 1Gemeinsam mit allen Beteiligten ausgearbeitet: Kick-off, Mobilisierung, Testläufe der Schnittstellen.
Je LeistungsphaseFortschreibungVor jeder Phase und an Meilensteinen neu bewertet: Was hat funktioniert, was wird angepasst?
ÜbergabeAs-built und AIMDie im BAP vereinbarten Betriebsdaten wandern aus dem Projektmodell in das Betreibermodell.
Verbindlich, aber lebendigDer BAP gilt ab Projektstart und wird regelmäßig fortgeschrieben – nicht als Formsache, sondern weil sich Erkenntnisse und Randbedingungen ändern.
Teil des VertragsZusammen mit den AIA konkretisiert er die Pflichten aus Architekten-, Ingenieur- und Bauverträgen. Beides ist als sinnvolles Ganzes zu lesen.
Früh testenArbeitsweisen und Schnittstellen werden in Testläufen verifiziert, bevor sie im Projekt gelten. Das spart die teuren Korrekturen später.
Das Projekt im FokusEs geht nicht um BIM um seiner selbst willen, sondern um ein erfolgreich realisiertes Bauvorhaben. Der BAP schafft dafür Transparenz und Prozessführung.
So ist ein BAP aufgebaut

Acht Kapitel und ein Satz Anhänge

Die Gliederung hat sich in der Praxis bewährt: Die Kapitel 0 bis 7 beschreiben den Weg von der Einordnung über die Anforderungen bis zur Qualitätssicherung. Alles, was tabellarisch, umfangreich oder häufig in Bewegung ist, lebt in Anhängen. Wie das im Detail dargestellt wird, kann von Projekt zu Projekt variieren – die Struktur bleibt.

BAP-Baukasten

Stell dir deine Gliederung zusammen

Wähle ein Ausgangsprofil, schalte Bausteine an oder ab, markiere Anwendungsfälle als umzusetzen oder angestrebt und wähle die Anhänge. Rechts entsteht die nummerierte Gliederung deines BAP – zum Kopieren, als Markdown-Datei oder zum Drucken. Deine Auswahl bleibt im Browser gespeichert.

Gliederung

Die Gliederung ist ein Startpunkt. Inhalte, Tabellen und Anhänge füllt das Projektteam gemeinsam – am besten im Kick-off.

Glossar

Die Begriffe, kurz erklärt

AIA prüfen, BAP aufsetzen oder beides?

Wir erstellen und bewerten AIA und BAP praxisnah – damit daraus gelebte Prozesse statt Papier werden. Auf Wunsch begleiten wir das Projekt als BIM-Management oder Gesamtkoordination.

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